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Astronomen finden extrem heißen Planeten und erstellen die erste Wetterkarte eines Exoplaneten

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Forscher benutzten das Spitzer Weltraumteleskop um zwei weit entfernte und exotische Welten zu erforschen. Ein Astronomenteam benutzte Spitzers Infrarotaugen um eine Karte von der Temperaturverteilung auf der „Oberfläche“ des Gasgiganten HD 189733b zu erstellen und entdeckten bei der Gelegenheit auch stürmische Winde und ein anderes Team fand mit dem Gasplaneten HD 149026b den heißesten bekannten extrasolaren Planeten.

„Wir haben die Temperaturunterschiede auf der ganzen Oberfläche von einem Planeten abgebildet, der soweit entfernt ist, das sein Licht 60 Jahre braucht um zu uns zu gelangen“ sagt Heather Knutson vom Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, USA.

Beide Planeten gehören zu den so genannten „hot Jupiters“ und umkreisen deshalb ihre Sterne sehr dicht. Mehr als 50 von den über 200 entdeckten extrasolaren Planeten gehören zu diesem Typ.

Zwar können diese Gasgiganten auch mit optischen Teleskopen aufgespürt werden, etwa bei der Transitmethode, aber erst Spitzer ermöglicht mit seinen Infrarotaugen etwas über die Atmosphäre dieser Planeten zu erfahren.

HD 189733b umkreist dabei seinen Stern extrem nah und braucht für einen Umlauf um diesen nur 2,2 Tage. Die Beobachtungen enthüllten auch, das die Temperaturen von 650°C bis hin zu 930°C auf der Sonnenseite des Planeten reichen.  Und wie bei fast allen „hot Jupiters“ geht man davon aus das auch dieser Planet eine gebundene Rotation besitzt, das heißt, das immer die gleiche Seite des Planeten zur Sonne zeigt, während auf der anderen Seiten es fortwährend dunkel bleibt.

Da die Temperaturen ungewöhnlich niedrig sind, geht man davon aus das extrem schnelle Winde die Hitze der Sonne schnell über die gesamte Oberfläche des Planeten verteilen und das mit Geschwindigkeiten von bis zu 9.600 Kilometern pro Stunde, zum Vergleich, die so genannten Jet Streams auf der Erde sind „nur“ 322 km/h schnell.  Doch besitzt dieser Planet auch einen heißen Punkt (hot spot), 30° über „high noon“ der direkt zur Sonne zeigt.

Der andere untersuchte Exoplanet hingegen, HD 149026b, leidet unter Temperaturen von 2.038°C und ist damit wärmer als so mancher massearme Stern.

„Dieser Planet ist ein Stück heißer Kohle im All“ sagt Projektleiter Joseph Harrington von der University of Central Florida. Doch glauben die Astronomen das nur die ewige Tagseite so heiß ist und das die Nachtseite wesentlich kühler ist.

HD 149026b ist 279 Lichtjahre von uns entfernt und liegt in Richtung des Sternbild Herkules. Er gehört zu den kleinsten und dichtesten „hot Jupiters“ die jemals entdeckt wurden und dieser Planet besitzt gerade einmal die Größe des Saturn und wird mit seinem Kern auf die 70-90-fache Masse der Erde geschätzt. Dieser Planet rotiert alle 2,9 Tage um die Sonne und eine weitere Besonderheit ist, das die Astronomen glauben das dieser Planet kein Sonnenlicht reflektiert sondern die gesamte glühende Strahlung absorbiert und damit nicht nur der heißeste sondern wahrscheinlich auch der schwärzeste extrasolare Planet ist.

„Dieser Planet liegt außerhalb der Temperaturskala die wir für Planeten erwartet haben“ sagt Drake Deming vom Goddard Space Flight Center der NASA.

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Quelle: NASA

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