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Astronomen veröffentlichen Karte von planetarischen Gefahrenzonen

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Astronomen haben Daten veröffentlicht, die sie mit den Infrarotaugen des Spitzer Weltraumteleskop gewonnen haben und die zeigen, wie gerade entstehende Planeten um kühlere Sonnen von heißeren Sternen in der Nachbarschaft bedroht werden.

Das Universum ist kein besonders friedlicher Ort, auch wenn es durch ein Teleskop so erscheinen mag, doch supermassive Schwarze Löcher, Gamma Ray Burst’s, Supernovas und auch räuberische Nachbarsterne können einem normalen Stern schon mal den Tag vermiesen. Ständig blitzt und knallt es irgendwo und wie in der Natur üblich werden nur die stärksten überleben oder zumindest die, welche einen Standortvorteil haben.

Eine neue Studie der NASA zeigt nämlich, wo die planetarischen „Gefahrenzonen“ liegen. Diese Gebiete werden dabei von Winden und einer Strahlung von superheißen Sternen bedroht, denn so wird das für die Planetenentstehung benötigte Material von jüngeren und kälteren Sternen einfach weggeweht. Die Ergebnisse zeigen dabei, dass jüngere Sterne sicher sind, solange sie sich mindestens 1,6 Lichtjahre von heißeren Sternen entfernt befinden.

„Sterne bewegen sich andauernd und wenn einer von ihnen in die Gefahrenzone wandert und dort zu lange bleibt, wird er wahrscheinlich niemals in der Lage sein Planeten zu formen“ sagt Zoltan Balog von der University of Arizona.

Die Ergebnisse helfen dabei zielgenauer nach Planeten jenseits unseres Sonnensystems, auch auf solchen auf denen sich Leben entwickeln könnte, zu suchen.

Planeten entstehen dabei in protoplanetarischen Scheiben, wo Staub- und Gaspartikeln durch Kollisionen untereinander über Jahrmillionen von sandkorngroßen Objekten zu ausgewachsenen Planeten heranwachsen.

Frühere Studien haben bereits gezeigt, das diese protoplanetarischen Scheiben durch die massereichsten und heißesten Sterne, die so genannten O-Sterne, in nur wenigen Millionen Jahren zerstört werden können. Dabei werden die Staub- und Gaspartikel durch die ultraviolette Strahlung bis zum verdampfen aufgeheizt und durch die stellaren Winde einfach weggeweht.

Das Team untersuchte dabei systematisch etwa 1.000 Sterne im Rosettennebel, einem turbulenten Sternentstehungsgebiet etwa 5.200 Lichtjahre entfernt und die Ergebnisse zeigen, das in 1,6 Lichtjahren Entfernung zu O-Sternen 45 % der Sterne Scheiben hatten, ein ähnlicher Wert wie er auch in O-Sternen freien Zonen üblich ist, wohingegen bei einer dichteren Entfernung dieser Wert schnell auf 27 % gesunken ist und mit immer geringen Abstand weiter sank.

Doch trotz des Untergangsszenarios gibt es eine Chance das Planeten eine Begegnung mit O-Sternen überleben. Denn gemäß einer alternativen Theorie der Sternbildung, können sich jupiterähnliche Planeten in bedeutend weniger als einer Million Jahre bilden und falls ein solcher Planet schon existiert, würde er auch, anders als der Rest der protoplanetaren Scheibe, eine dichte Annäherung an einen O-Stern überstehen, doch für aufkeimende felsigen Planeten, so wie die Erde war, wäre jede Hoffnung verloren.

Interessant zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang vielleicht noch, das die Astronomen glauben das auch unser Sonnensystem einst in einer gefährlichen Gegend, übersät von zahlreichen O-Sternen, entstanden ist, bevor es auf seine heutige (ruhige) Lage gewandert ist. Falls dem so war, hatte unser Sonnensystem eine erste Feuerprobe schon mit der Geburt der Planeten überstanden.

Animation (Quicktime 3 MB)

Quelle: JPL

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