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Venus Express: Ein Jahr bei der Venus

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Bereits ein Jahr ist es her das die erste europäische Venusmission in einen Orbit um den Schwesterplaneten der Erde eingeschwenkt ist.

Die Venus ist trotz zahlreicher Sonden die den Planeten schon besucht haben noch immer ein mysteriöser und geheimnisvoller Ort in unserem Sonnensystem. Kein anderer Planet besitzt eine ähnliche Atmosphäre mit einem sich selbst verstärkenden Treibhauseffekt und eben diese dichte Atmosphäre muss für die Erforschung des Planeten auch erst überwunden bzw. durchdrungen werden.

Zwar stand die Venus, die von allen Planeten die dichteste Annäherung an die Erde besitzt, schon immer im Schatten des Mars, doch landeten auf ihr mehrere sowjetische Sonden während des Venera Programms und lieferten für wenige Minuten Bilder und Daten von den extremen Bedingungen an der Oberfläche des Planeten, wo die Temperaturen sogar hoch genug sind, um Blei zu schmelzen und die amerikanische Sonde Magellan kartografierte als erste mit Radar den gesamten Planeten.

Und nun liefert auch die europäische Raumfahrtorganisation ESA mit ihrer Venus Express Sonde ihren Beitrag. Bei der Entwicklung der Sonde orientierte man sich an die Mars Express Sonde und einige Teile wurden von dieser Mission übernommen, weshalb die Sonde in Rekordzeit entwickelt wurde.

Neben der Atmosphäre und ihrer Interaktion mit dem Sonnenwind untersucht die Venus Express Sonde den Planeten auch nach vulkanischer Aktivität.

„Während der einjährigen Beobachtungen, haben wir riesige Datenmengen gesammelt, welche wir auch benötigen um die Geheimnisse der komplexen Atmosphäre zu entschlüsseln“ sagt Håkan Svedhem von der ESA.

Schon die ersten Bilder die nach der Ankunft am Planeten zur Erde gesandt wurden verblüfften die Wissenschaftler, zeigten sie doch einen dunklen Vortex (zu deutsch „Wirbel“) am Südpol des Planeten. Und dies gelang aus einer Entfernung von 206.452 Kilometern mit dem Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer (VIRTIS), das Falschfarbenbild zeigte dabei gleichzeitig sowohl die Tag- als auch Nachtseite (für die ein Infrarotfilter mit einer Wellenlänge von 1.7 Mikrometer verwendet wurde) des Planeten, bei einer Auflösung von 50 Kilometern pro Pixel.

Ferner lieferte die Sonde bisher eine Karte über die Temperaturverteilung der Oberfläche und der Atmosphäre bei unterschiedlichen Höhenlagen.

Auch konnten neue Infrarotdaten über das „airglow“ Phänomen auf der Nachtseite der Venus gewonnen werden, denn zeitweise leuchtet diese Seite wie eine Weltraumlaterne.

„Das Sauerstoff Luftglühen wurde zuerst dank erdgebundenen Beobachtungen entdeckt und wurde auch von anderen Venusmissionen wie den russischen Venera Raumschiffe und dem US Pioneer Orbiter gesehen“ sagt Pierre Drossart, zuständig für Venus Express VIRTIS Instrument.

Es kommt dabei zu dem Luftglühen wenn vorhandene Sauerstoffatome zu molekularen Sauerstoff (O2) rekombinieren und Licht emittiert wird.

„Der Sauerstoff in der Atmosphäre der Venus ist dabei ein sehr seltenes Element.“ Es entsteht wenn auf der Tagseite Sonnenlicht (Ultraviolettes Licht) in den obersten Atmosphärenschichten das Kohlenstoffdioxid (CO2) „aufbricht“. Durch eine „sub-solar“ und „anti-solar“ genannte atmosphärische Zirkulation wandern die Atome von der Tagseite zur Nachtseite des Planeten und wechseln dabei von den oberen Atmosphärenschichten zu der Mesosphäre (auf der Erde die mittlere der fünf Atmosphärenschichten), wo sich die einzelnen Sauerstoffatome wieder zu O2 verbinden und dabei wird Licht in ganz bestimmten Wellenlängen freigesetzt.

Quelle: ESA

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