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Die violette Rose vom Virgo Cluster

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Bisher war NGC 5584 nur eine von vielen Galaxien, die sich im westlichen Virgo Cluster befindet. Bekannt nur als Nummer bei Galaxienbeobachtungen, wird nun ihre reine Schönheit in all seiner Pracht, durch ein neues Bild vom VLT, enthüllt. Seit dem 1. März findet man in dieser violetten, kosmischen Rose, auch die hellste Explosion des Jahres, bekannt als SN 2007af.

In einer Entfernung von etwa 75 Millionen Lichtjahren, im Sternbild Jungfrau, ist NGC 5584 eine Galaxie, die etwas kleiner ist als die Milchstraße. Sie gehört jedoch zur gleichen Kategorie: beide sind Balkenspiralen.

Spiralgalaxien setzen sich aus einer 'Wölbung' und einer flachen Scheibe zusammen. Die Wölbung enthält alte Sterne und normalerweise ein supermassives Schwarzes Loch. Jüngere Sterne befinden sich in der Scheibe und bilden die charakteristischen Spiralstrukturen, von denen die Galaxien ihren Namen haben. Balkenspiralen werden durch ein Band aus hellen Sternen durchzogen. Im Jahr 2000 entdeckten Astronomen mit Hilfe von ESO´s Very Large Telescope (VLT), die kleinsten, dunkelsten und massivsten Spiralgalaxien (ESO PR 12/00 und 25/00).

In diesem neuen Bild von NGC 5584 sind zwei Spiralarme klar sichtbar, während die anderen deformiert sind, wahrscheinlich aufgrund von Interaktionen mit anderen Galaxien. Helle Flecken sind über die gesamte Scheibe verteilt, was darauf hindeutet, dass in dieser riesigen Rose, Sterne mit großer Geschwindigkeit gebildet werden.

Etwas noch viel Helleres zieht in diesem Bild allerdings die Blicke auf sich. Ein Bild, aufgenommen Ende Februar, hätte den hellen Fleck, der sich vom Galaxienzentrum aus gesehen unten rechts befindet, nicht gezeigt. Wie man sieht ist das neue Objekt wesentlich heller als das Galaxienzentrum selbst. Sein Name? SN 2007af, die 32. Supernova, welche dieses Jahr entdeckt wurde. Ihre Präsenz deutet auf den dramatischen Tod eines Sternes, größer als unsere Sonne, hin.

SN 2007af, die bisher hellste Supernova dieses Jahres, wurde am 1. März vom japanischen Supernovae-Jäger Koichi Itagaki entdeckt. Er richtete sein 60cm Teleskop auf das Sternbild Jungfrau aus und entdeckte etwas, was sich vorher dort nicht befunden hatte: SN 2007af. Als sie entdeckt wurde, war ihre Helligkeit (scheinbare sichtbare Helligkeit von 15,4) etwa sieben Mal schwächer als die Galaxie NGC 5584, in der sie sich befindet. Sie ist seitdem um den Faktor sieben heller geworden, und erreichte eine scheinbare Helligkeit von 13,3, wodurch sie von vielen Amateurastronomen auch mit kleineren Teleskopen beobachtet werden kann.

Beobachtungen am 4. März, mit ESO´s New Technology Telescope auf La Silla, enthüllten, dass es sich um eine Supernova vom Typ Ia handelt, die einige Tage vor erreichen ihrer maximalen Helligkeit beobachtet wurde. Die Materie wird mit Geschwindigkeiten von 15.000 km/s vom sterbenden Stern weggeschleudert. 

Astronomen beobachten SN 2007af mit ESO´s VLT, um die Geometrie des Materials zu untersuchen, dass von der Supernova weggeschleudert wird, und dadurch den Mechanismus der Explosion besser zu verstehen (ESO 44/06).

Es wird angenommen, dass eine Typ Ia Supernova die Explosion eines kleinen und dichten Sterns darstellt -- einem Weißen Zwerg -- der sich in einem Doppelsternsystem befindet. Da der Begleitstern ständig Materie auf den Weißen Zwerg schleudert, erreicht dieser eine kritische Masse, was zu der tödlichen Instabilität und schließlich zur Supernova führt.

Type Ia Supernovae sind sich untereinander offenbar sehr ähnlich. Dadurch sind sie sehr nützlich als "Standard-Kerzen," mit denen man kosmische Entfernungen bestimmen kann. Ihre größte Helligkeit konkurriert mit der ihrer Wirtsgalaxie, was sie folglich zu einem erstklassigen, kosmischen  Maßstab macht. Astronomen haben diesen Umstand genutzt, um die Geschichte der Ausdehnung unseres Universums zu untersuchen.

Typ Ia Supernovae sind jedoch seltene Ereignisse: eine Galaxie wie die Milchstraße bringt nur etwa alle 400 Jahre eine solche Supernova hervor. Trotzdem ist SN 2007af nicht nur eine schöne Explosion, die in der Galaxie NGC 5584 aufgezeichnet wurde. Es sieht so aus, als ob japanische Amateure eine besondere Begabung dafür hätten, Supernovae in dieser violetten Spiralgalaxie aufzuspüren. 1996 hat Aoki Masakatsu SN 1996aq in NGC 5584 identifiziert, eine Supernova, die schwer zu klassifizieren war, und aufgrund ihrer unklaren Natur zu Diskusionen führte.

Quelle: ESO

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