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Spitzer findet prosperierenden Planeten zwischen stellaren Zwillingen

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In dem ersten Star Wars Film (Epsiode IV – A New Hope) schaut Luke Skywalker zum Himmel auf Tantooine hinauf und sieht dort zwei Sonnen und wohl die wenigsten Kinobesucher fragten sich damals ob Planeten in einem Doppelsternsystem wirklich existieren können. Und bisherige wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass Planeten in Doppelsternsystemen nur extrem selten vorkommen und meistens wurden sie bei der Suche nach extrasolaren Planeten ignoriert und dabei besitzt mehr als die Hälfte aller Sternsysteme im Universum mehr als eine Sonne. Doch nun hat das Spitzer Weltraumteleskop etwas enthüllt, was die Astronomen zu der Frage bringt, ob es am Firmament nicht von Planeten wimmelt?

Bisher wurden zahlreiche protoplanetare Scheiben, aber auch Asteroiden Gürtel und sogar Kometen, sowie über 200 extrasolare Planeten meist in ähnlichen Sonnensystemen wie dem unseren gefunden, genauer gesagt um Einzelsterne.

Und dies hängt vor allem mit der chaotischen Entstehung von Sternen zusammen, bei der eine Materiewolke unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenbricht und sich aus dem Zentrum ein Stern bildet während aus den Randmaterialen Asteroiden, Kometen und Planeten hervorgehen und gleichzeitig auch noch ihren Drehimpuls mitbekommen. Und die Anwesenheit eines weiteren Sterns stört natürlich den Ablauf und dieser bringt durch seine Gravitationskräfte das Gleichgewicht aus dem Gefüge. Theoretisch zumindest.

„Es scheint keine Tendenz dagegen zu sprechen, dass sich Planetensysteme in Doppelsternsysteme bilden“ so David Trilling von der University of Arizona. „Es könnte zahllose Planeten da draußen geben mit zwei oder mehr Sonnen.“

Es wurden zwar schon einige wenige Planeten auch in Doppelsternsystem oder gar Dreifachsternsystemen gefunden, doch bisher war es so, das diese 1.000-mal weiter von einem Stern entfernt waren als in unserem Sonnensystem die Erde von der Sonne, also 1.000 Astronomische Einheiten (1.000 AU). Doch die Spitzer Daten von extrasolaren Planeten deuten darauf hin, dass sich diese auch in Entfernungen zwischen 0 und 500 AU häuslich einrichten können.

Bisher weiß man nicht sehr viel darüber, wie ein Planet sich so „nah“ an zwei Sonnen entwickelt und auch die bisher eingesetzten Jagdmethoden nach Exoplaneten funktionieren nicht besonders gut, wenn mehr als eine Sonne vorhanden ist, da schon ein Stern durch seine Leuchtkraft alles in seiner Nähe überstrahlt  und sich ein Planet meist nur dann verrät, wenn er mit seinen Gravitationskräften am Stern zieht und dieser dadurch periodisch ins Wanken gerät. Bei mehr als einer Sonne ist es aber schwierig die geringen Auswirkungen eines Planeten auf einen Stern festzustellen.

Und dabei benutzten die Astronomen Spitzer’s Infrarotaugen nicht einmal für die Suche nach Planeten, sondern untersuchten 69 Doppelsterne zwischen 50 – 200 Lichtjahren von der Erde entfernt nach Anzeichen von protoplanetarischen Scheiben, welche von sandkorngroßen Steinen bis hin zu felsigen Planetensimalen alles enthalten können.

Die untersuchten Sterne waren dabei alle jünger und massereicher als es unsere Sonne ist und die Daten die dabei gewonnen werden konnten zeigen, das bei 40 % der untersuchten Doppelsternsysteme protoplanetare Scheiben vorhanden sind und das diese sehr wohl behagliche Planeten beinhalten können, auch wenn die „richtige Startposition entscheidend ist“.

Und die Astronomen waren regelrecht geschockt, das gerade bei den nah beieinanderstehenden Sternen (weniger als 3 AU), die Rate sogar 60 % betraf.

„Wir waren sehr überrascht, dass gerade die dicht beieinander stehenden Gruppen mehr Scheiben enthalten“ sagt Trilling. „Dies könnte bedeuten, dass die Planetenbildung eng beieinanderstehende Doppelpaare vor Einzelsternen bevorzugt, es könnte aber auch bedeuten das enge Doppelpaare einfach staubiger sind [und somit mehr Material für den Planetenentstehungsprozess zur Verfügung steht]“.

Quelle: JPL

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