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Agora – Die Säulen des Himmels

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Das Leben der bekannteste Astronomin der Antike wurde in dem spanischen Blockbuster Agora verfilmt.

Hypatia von Alexandria gilt als erste Astronomin der Geschichte und dies obwohl nicht allzu viele Informationen über sie die Geschichte überdauert haben. Man weiß, das sie die Tochter des Gelehrten Theon von Alexandria war und am Museion von Alexandria, zu dem auch die Große Bibliothek zählte, unterrichtete. Ferner war sie für ihre außergewöhnlichen mathematischen Fähigkeiten über Kegelschnitte (Ellipsen, Parabeln,…) und ihr Interesse für die Gestirne weit über die Grenzen von Alexandria bekannt.

Zu den überlieferten historischen Fakten zählt auch, das sie zum römischen Präfekten in Alexandria ein freundschaftliches Verhältnis pflegte und das sie aufgrund ihres Einflusses von einem christlichen Mob im März 415 in eine Kirche gezerrt und getötet wurde.

Es gilt als wahrscheinlich das Kyrill von Alexandria, das Oberhaupt der christlichen Kirche in Alexandria - der später von der katholischen Kirche „Heilig“ gesprochen wurde (sein Gedenktag ist der 27. Juni) - an ihrem Tod nicht ganz unschuldig war.

Dies ist natürlich ein interessanter Stoff für einen Film und dies dachte sich auch der spanisch-chilenische Regisseur und Drehbuchautor Alejandro Amenábar. Er nahm die historischen Fakten über Hypatia und reicherte diese weiter an, wohl auch um die historischen Lücken zu füllen, und drehte hieraus den Film Agora – Die Säulen des Himmels.Mit einem Budget von über 75 Millionen Dollar ist Agora einer der teuersten europäischen Filme und man sieht diesem Film den großen finanziellen Spielraum auch an. Die beeindruckende Kulissen, der epochale Soundtrack und die aufwendige Kamerafahrten könnten auch einem amerikanischen Blockbuster entsprungen sein.

Die internationalen Schauspieler machen ihre Sache gut und insbesondere die britische Oscarpreisträgerin Rachel Weisz (Die Mumie, Duell – Enemy at the Gates) überzeugt in ihrer Rolle als Hypatia von Alexandria. 

Hypatia lebte zu einer Zeit als die Welt im Umbruch war, das römische Reich Zerfiel gerade in West- und Oströmisches Reich und die religiösen Spannungen und Konflikte nahmen zu dieser Zeit immer mehr zu. Lebten bis zu diesem Zeitpunkt die Anhänger der alten polytheistischen Religionen und des Judentums mehr oder minder friedlich in Alexandria zusammen änderte sich diese Machtbalance 380, da der Kaiser des Oströmischen Reiches, Theodosius I., das Christentum faktisch zur Staatsreligion erhob.

Der Film thematisiert diese Spannungen auch überdeutlich und nicht gerade gewaltfrei. Anhänger der alten ägyptischen Religionen überfallen die Christen, die Christen greifen die Juden an und diese wiederum revanchieren sich, wodurch es wieder zu einem brutalen Massaker an den Mitglieder der jüdischen Gemeinde kommt.

Aufgrund dieser Szenen, gab es um diesen Film in den USA und Italien auch einige kontroverse Diskussionen und der Film läuft nicht in italienischen Kinos. Was für einen Film mit einem negativen religiösen Touch und einer humanistischen Botschaft aber nicht weiter ungewöhnlich ist. Monty Pythons Das Leben des Brian ist hierfür das beste Beispiel. Dieser Film durfte als er in die Kinos kam weder in einigen US Bundesstaaten des Bible Belt noch in Norwegen gezeigt und wurde auch in Groß Britannien, Kanada und Australien von kontroversen Diskussionen begleitet und auch diese Komödie kam bis heute nicht in die italienischen Kinos.

Das es aber um diesen Film von religiösen Gruppen eine kontroverse Diskussion gibt, andere spanische Filme wie z.B. der hervorragende Film Goyas Geister, mit Oscarpreisträger Javier Bardem (No Country for Old Man) und Natalie Portman (Star Wars I-III), der zu Zeiten der spanischen Inquisition spielt und noch wesentlich härter mit dem Christentum ins Gericht geht, aber keine religiösen Gefühle verletzt, ist nicht immer nachvollziehbar.

Fazit:

Angora ist ein beeindruckender und imposanter Film der für meinen Geschmack aber etwas zu langatmig ist. Ob Hypatia, wie im Film gezeigt, schon die keplersche Revolution (die Erde kreist auf einer Ellipse um die Sonne) vorweg nahm, ist zwar durchaus möglich aber leider heute nicht mehr verifizierbar.

Dennoch hat der Film gerade für Interessenten der Anfänge der Astronomie einiges zu bieten und Hypatia war zweifelsohne eine der interessantesten Persönlichkeiten der Antike.

Gute Schauspieler und Dialoge, aufwendige Kulissen und Kamerafahrten rechtfertigen aber allemal einen Kinobesuch.

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