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„Astronomie - Die Wunder des Weltalls - Sterne und Planeten beobachten“

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von Mark Emmerich und Sven Melchert (2009)

„Man soll ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen“ ist ein bekannte Lebensweisheit und in diesem Fall trifft sie genau ins Schwarze, denn ein übergroßer silberner Schriftzug vor dem Bild des Planeten Saturn mit einer Galaxie im Hintergrund ist nicht unbedingt ästhetisch. Glücklicherweise gilt dies nicht für den Inhalt. Dieser hat ein interessantes Layout und wird von vielen Farbbildern und Infoboxen mit Hintergrundinformationen unterstützt. Ferner gibt es die wichtigsten Informationen auf einen Blick und so findet sich zum Beispiel eine Aufzählung der 10 Sonnennächsten Sterne ebenso im Buch wie eine Übersicht von wichtigen Raumsondenmissionen. Leider scheint die Auswahl der Raumsonden aber recht willkürlich zu seien, da viele der wichtigsten wissenschaftlichen Missionen fehlen, so hätte die Venera 13 Sonde, die am längsten auf der Oberfläche der Venus überlebt und Daten gesendet hat, wohl eine Erwähnung verdient gehabt, ebenso die sehr erfolgreiche Mars Odyssey Sonde.

Das Buch eignet sich gut als Nachschlagewerk oder um sich über ein Thema einen groben Überblick zu verschaffen, denn die Autoren haben sehr viel recherchiert und fassen viele interessante Informationen lesenswert zusammen. Doch leider kratzen die Autoren nur allzu oft an der Oberfläche eines Themas, was aufgrund der Vielzahl der gebotenen Informationen aber verzeihlich ist. Nicht verzeihlich hingegen sind die veralteten Informationen (Pluto wird mehrfach als Planet bezeichnet und nur eine kleine Infobox weist auf S.62 darauf hin das die IAU ihn 2006 degradierte), ungenauen Informationen (unser Sonnensystem ist ziemlich genau 4,6 Milliarden Jahre (+/- 100 Millionen Jahre) alt und nicht knapp 5 Milliarden Jahre) oder gar die Fehlinformationen (so handelt es sich bei der ehemals vermuteten „Marsvegetation“ nicht um die genannten Staubstürme sondern um dunkles Basaltgestein).

Auch wenn die einzelnen Artikel im Buch leicht zu lesen und verständlich sind nervt doch auf Dauer die Vielzahl der in Anführungszeichen gesetzte Ausdrücke in Umgangssprache (z.B. Jupitermond Io – sein „Pizzagesicht“ / Astrofotografie „Digiknipse“). Wenn man dies gelegentlich tut dient es der Auflockerung, wenn man es aber mit der Penetranz der Autoren macht, wirkt es unprofessionell.

Insgesamt besteht das Buch aus 6 Kapiteln wo von die ersten vier („Weltraumforschung“, „Unser Sonnensystem“, „Das Universum der Sterne“ und „Galaxien und der Urknall“) gut gelungen sind. Die restlichen beiden Kapitel („Himmelsbeobachtung“ und „Astronomie als Hobby“) fallen leider thematisch und qualitativ aus dem Rahmen und man hätte diese lieber weglassen und dafür die vier vorherigen Kapitel ausführlicher gestalten sollen.

Einen richtigen Bock hat man hingegen noch bei den Tipps „zum Weiterlesen und Weiterklicken“ geschossen. So stammen alle aufgeführten Bücher aus dem gleichen Verlag wie das Buch, was somit eher als Werbung denn als Information zu sehen ist, aber das zum Beispiel von Dirk H. Lorenzen das Buch “Raumlabor Columbus“  (2008) aufgeführt wird, obwohl das vorliegende Buch nichts mit der ISS zu tun hat, seine anderen Werke über die Planeten Mars (2004) und Saturn (2005), die thematisch als Literaturtipps viel besser gepasst hätten, aber nicht erwähnt werden, ist unverständlich. Auch die Schleichwerbung der Autoren für eine bestimmte Astronomieseite, die sowohl mehrmals im letzten Kapitel des Buches als auch bei den Tipps als einzig wahre deutschsprachige Homepage angepriesen wird und andere hervorragende Seite wie z.B. www.astronews.com, www.planeten.ch, www.raumfahrer.net,... nicht einmal erwähnt werden ist unseriös.

Fazit:

Der Informationsgehalt stimmt ebenso wie das Preis-/Leistungsverhältnis bei diesem Werk, dennoch hätte ich mir sprachlich und inhaltlich eine etwas professionelle Arbeit gewünscht.

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